Praxis für Ergotherapie und Logopädie

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Jacqueline Thiele
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Physiotherapeutische Komplexbehandlung in der Palliativmedizin

Wenn sich Menschen in der letzten Lebensphase befinden, geht es nicht mehr darum, die Ursache der Erkrankung zu bekämpfen. Im Mittelpunkt steht dann, das Leiden der unheilbar Erkrankten bestmöglich zu lindern. Physiotherapie kann hier mit vielfältigen Therapieansätzen helfen. Den Rahmen bietet die neue Leistungsposition „Physiotherapeutische Komplexbehandlung in der Palliativmedizin“.

Die Verordnung bietet Physiotherapeuten in der Behandlung viele Möglichkeiten. In den 60 Therapieminuten pro Einheit können Therapeuten somit tagesaktuell entscheiden, welche Behandlung dem Patienten am meisten nützt. Die Leistungsposition umfasst zum Beispiel eine Atemtherapie, eine Anwendung entstauender Techniken und Massagen. Die Lebensqualität soll dadurch so lange es geht bestmöglich erhalten und in der finalen Phase ein würdevolles Sterben ermöglicht werden. Neben den therapeutischen Techniken inkludiert die Leistungsposition auch interdisziplinäre Absprachen sowie die Anleitung und Beratung der Bezugspersonen. Dadurch ist eine ganzheitliche Betreuung möglich.

„Während der Behandlung kann der Physiotherapeut auch verschiedene Heilmittel innerhalb einer Einheit kombinieren – die Bedürfnisse des Patienten in der letzten Lebensphase stehen im Mittelpunkt“, erläutert Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Der IFK hatte sich ausführlich mit der Palliativversorgung beschäftigt und die physiotherapeutischen Maßnahmen zur Unterstützung in der letzten Lebensphase initiiert.

Derzeit kann die Leistung nur Privatpatienten verordnet werden. Der IFK setzt sich jedoch dafür ein, dass die Position auch in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird.

Zwischen Relevé und Bänderriss: Die Leiden der Tänzer

Beim professionellen Bühnentanz, wie zum Beispiel im Ballett oder in Musicals, erleiden Tänzer häufig Verletzungen am Fuß und am Oberen Sprunggelenk. Neue Untersuchungen, die auf dem Kongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) vorgestellt werden, zeigen die Häufigkeit dieser Verletzungen und deren beste Therapieansätze auf.

Wenn sich vom 27. bis 29. Juni Hunderte Sportmediziner, Fachärzte, Wissenschaftler und Therapeuten auf dem größten sportorthopädischen Kongress Europas der GOTS in Salzburg treffen, ist auch Dr. Elisabeth Exner-Grave vom medicos.AufSchalke, Europas größtem ambulanten Rehazentrum, dabei. Sie leitet dort das Kompetenzzentrum für Tanzmedizin und behandelt verletzte Bühnenkünstler, unter anderem die Stars vom Starlight Express und vom Ballett am Rhein. Zusammen mit Dr. Eileen M. Wanke vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität Frankfurt stellt sie auf dem Kongress ihre Studien zu den Verletzungsmustern vor.

Grundsätzlich sind die Verletzungen bei Tänzern von drei Faktoren abhängig: von der Choreografie (auch Partnerarbeit), der Bodenbeschaffenheit und dem Schuhwerk.
Dr. Exner-Grave erläutert: „Wenn die Tänzer sich in dem für den Tanz charakteristischen relevé bewegen, erheben sie sich mit Muskelkraft von der Sohle auf ihre Mittelfußköpfchen. Da die Sprungbeinrolle vorne breiter ist als hinten, gerät deren schmalerer Anteil zwischen die Knochengabel. Das ist per se eine instabile Situation mit erhöhtem Verletzungsrisiko.“
Die Prävention von Verletzungen wird in der Ausbildung zu wenig berücksichtigt, so dass oftmals schon Tanzstudenten von Sprunggelenkverstauchungen betroffen sind.

Was sich einfach anhört, verlangt harte Trainingsarbeit. Minuziös müssen die Tänzer ihre Bewegungen koordinieren. In Ermüdungssituationen oder durch chronische Überlastung kann es zu Distorsionstraumen, Bänderrupturen, Muskelverletzungen, Knochenmarködemen und (Ermüdungs-)brüchen kommen.

Exner-Grave und Wanke haben 311 Tänzer-Patienten-Fälle über 5 Jahre ausgewertet. Dabei kam heraus, dass akute Fußverletzungen mit 86,7 Prozent am häufigsten sind, gefolgt von chronischen (51,4 Prozent) und akuten (48,6 Prozent) Sprunggelenkverletzungen sowie chronischen Fußverletzungen (13,3 Prozent). Brüche sind mit 6,7 Prozent nicht so häufig vertreten.

Es gibt geschlechtsspezifische und stilrichtungsabhängige Unterschiede hinsichtlich der Verletzungsmuster. Hormonelle Einflüsse, sowie die besondere Beweglichkeit nach der Tänzer ausgesucht werden (hinter der sich häufig Kollagenosen verbergen), sind hierbei von Bedeutung.
So kommt es vor, dass Tänzer wegen einer chronischen Instabilität des Sprunggelenks mit Gelenkverschleiß bereits um das 50. Lebensjahr eine Prothese benötigen, weil nichts mehr geht.

Die Therapie der Bänderverletzungen ist bis zu 90 Prozent konservativ – nur rund 10 Prozent müssen operiert werden. Letzteres ist der Fall, wenn der gesamte Außenbandkomplex am Sprunggelenk gerissen ist und nur eine Bandplastik die im Beruf geforderte Stabilität wiederherstellen kann.
Doch auch die konservative Therapie ist hart für Tänzer. Während ein „Büro-Mensch“ mit Sprunggelenk-stabilisierender Schiene in der Regel nach 5 Tagen wieder arbeiten kann, fallen die Tänzer durchschnittlich drei bis fünf Monate aus.

Ein optimierter Reha-Stufenplan hilft beim Wiedererlangen des Tanzvermögens. In den ersten sechs Wochen stehen die relative Ruhigstellung des Sprunggelenks in einer Schiene, abschwellende Maßnahmen sowie die Erhaltung der physischen Fitness außerhalb des Verletzungsgebiets im Vordergrund. Danach liegt der Fokus auf der Wiederherstellung der Beweglichkeit sowie der Kraft. Hierbei werden „auf Schalke“ tanzspezifische Therapietools wie das Pilates-Geräte-Training eingesetzt sowie eine spezielle Methode, die ein 3-dimensionales Muskelfunktionskettentraining im Bewegungsfluss ermöglicht.“

Die nächste Reha-Phase bereitet die Tänzer gezielt auf die Arbeits- und Belastungserprobung direkt im Theater vor: ab dann dürfen sie mit dem Ensemble trainieren, aber z.B. noch keine hohen Vertikal- und Horizontalsprünge absolvieren. Erst nach vier weiteren Wochen werden sie als voll leistungsfähig wieder „freigegeben“.

Rückenschmerzen gezielt vorbeugen

Wenn der Rücken schmerzt, wird jede Arbeitsstunde zur Last. Der menschliche Körper ist auf Bewegung ausgerichtet, doch bei vielen Berufen ist langes Stehen auf der Stelle gefragt. Wird der Körper dabei einseitig belastet, ermüdet die Muskulatur und Schmerzen drohen.
Auf korrekte Haltung achten

Ist die Körperhaltung optimal, nimmt die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form an. Diese ist nötig, damit die Rückenmuskeln das Körpergewicht tragen und auf diese Weise Gelenke und Bänder der Wirbelsäule entlasten. Bei langem Stehen am Arbeitsplatz sollten Betroffene auf eine korrekte Körperhaltung Wert legen. Eine Fehlhaltung führt dazu, dass die Rückenmuskulatur ermüdet und die Wirbelsäule eine Pufferfunktion übernimmt, für die sie nicht ausgelegt ist. Überbelastete Bänder und Gelenke sind die Folge, aus denen Kreuz- und Nackenschmerzen und später Gelenkschäden resultieren.
Wie der Körper dynamisch bleibt

Idealerweise halten Betroffene bei langem Stehen den Oberkörper bewusst gerade. Etwas Konzentration ist in der Gewöhnungsphase notwendig, später nimmt der Körper diese gelenkschonende Haltung automatisch an. Kurze Pausen eignen sich hervorragend, ansonsten weniger beanspruchte Muskelgruppen zu bewegen. Während der Arbeitszeit ist Abwechslung in der Körperhaltung gefragt. Einfache Maßnahmen lassen sich auch ohne viel Aufwand am Arbeitsplatz durchführen:

  • Zwischen Parallelstand und Schrittstellung variieren. Im Parallelstand stehen die Beine etwa hüftbreit auseinander, die Fußspitzen richten sich nach vorne. Etwas gebeugte, nicht durchgedrückte Knie verbessern die Grundhaltung.
  • „Dynamisch stehen“, also die Haltung durch gelegentlichen Wechsel von Stand- und Spielbein ändern.
  • Zwischendurch für einige Sekunden abwechselnd Ferse und Zehenspitzen anheben.
  • Bequeme Schuhe möglichst ohne Absätze tragen. Empfindet man das Stehen als belastend, sind orthopädische Schuheinlagen eine Möglichkeit.
  • Bei verspannten Muskeln ist progressive Muskelentspannung angesagt. Dafür spannt man für einige Sekunden betroffene Muskelpartien an und entspannt sie anschließend wieder. Sauerstoff gelangt so vermehrt in die betroffene Muskelpartie.
  • Kleine Erinnerungszettel am Arbeitsplatz helfen, die guten Vorsätze nicht zu vergessen.

Quellen: Apotheker Zeitung, Nr. 13, 25.03.2019 und Die Techniker Krankenkasse

14.05.2019 DGA | Quelle: apotheken.de / Rita Wenczel

Sportmedizin / GOTS: Neues Training für Arthrose-Patienten

Patienten mit Arthrose des Hüft- oder Kniegelenkes, können neue Hoffnung schöpfen. Auf dem Kongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) in Salzburg werden vielversprechende klinische Ergebnisse zu einem neuen Muskel-Training vorgestellt. Prof. Dr. Christoph Zilkens und Alexander Franz, Mitarbeiter an der ATOS Orthoparc Klinik Köln und der Orthopädischen Uniklinik Düsseldorf zeigen Erfolge des Trainings unter venöser Blutflussrestriktion - Blood Flow Restriction (BFR) - und dessen Anwendung als Prä-Habilitation vor orthopädischen Operationen auf.

Das sogenannte BFR soll Patienten dazu bringen, unter geringer mechanischer Gelenkbelastung die Muskulatur zu trainieren und deren Kraft und Masse zu steigern. Das Mehr an Muskelkraft hilft dann wiederum bei der Stabilisierung der Gelenke und deren geringerer Belastung bei Bewegungen. Dadurch kommt es zusätzlich auch zu einer Schmerzreduktion.

Zunächst werden den Patienten Blutdruck-Manschetten mit einem Ultraschallmesser an Armen oder Beinen angelegt. Dann wird schrittweise der Druck in den Manschetten gesteigert, bis der Blutfluss kurz zum Erliegen kommt. Auf diese Weise ermitteln die Forscher den individuellen arteriellen Verschlussdruck. Im Trainingsplan für den Patienten wird der Manschettendruck dann auf 40-80 % des arteriellen Verschlussdruckes eingestellt. Alexander Franz, Sportwissenschaftler und Leiter des Bereichs Muskelforschung erläutert: „Abgeklemmt werden die venösen Gefäße, die für den Rücktransport des Blutes bestimmt sind, nicht die arterielle Blutbahn.“

Die Trainingsmethode wird bereits routinemäßig bei Patienten der ATOS Orthoparc Klinik Köln und der Uniklinik Düsseldorf angewendet. Die Patienten sind im Schnitt 60 Jahre alt. Viele bewegen sich seit langer Zeit nicht oder wenig, weil Knie- und Hüftgelenke schmerzen. Mit dem BFR trainieren sie vor allem die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur. Beispielsweise werden die Patienten zweimal pro Woche auf einem Fahrrad-Ergometer mit den angelegten Manschetten belastet. Innerhalb von sechs Wochen konnte so die Muskelkraft um 150 Prozent gesteigert werden und es gab einen messbaren Muskel-Zuwachs von ca. 5 cm.

Das physiologische Wirkprinzip ist noch nicht vollständig untersucht. Eines steht jedoch fest: Lactat -und Kohlendioxid-Werte sind sehr hoch, da diese Abbauprodukte von den Venen nicht richtig abtransportiert werden können. Hinzu kommt ein hoher Sauerstoff-Verbrauch der Muskelzellen. „Durch das angesammelte Lactat werden mehr Muskelfasern rekrutiert. Die Patienten geben unter anderem an, nach dem Training z.B. beim Treppensteigen mehr Stabilität in den Gelenken zu empfinden. Der Muskel wird während des Trainings an seine absolute Leistungsgrenze gebracht. Da jedoch die mechanische Komponente so stark reduziert wird, entstehen keine Mikrofrakturen und der Muskelkater bleibt aus.“, so Alexander Franz.

Hinzu kommt, dass sich in den Venen Wasser ansammelt, welches in das Gewebe abgegeben wird. Die Muskeln nehmen das Wasser auf, werden größer und fangen an, Proteine zu bilden. Das BFR mache es somit möglich zu trainieren, „ohne, dass die Patienten am nächsten Morgen mit mehr Gelenkschmerzen aufwachen“.